Spektakulärer Endspurt bei der Landesmeisterschaft !

Ein ereignisreiches, spannendes und erfolgreiches Wochenende liegt hinter uns. Das letzte Wochenende der Landesmeisterschaften 2019.

Fangen wir mit dem Ereignisreichen an. Am Samstag wurde die Disziplin KK 3 x 20 ausgetragen. Dabei wurde in den Stellungen Kniend, Liegend und Stehend jeweils 20 Schuss geschossen. Unser Verein ging mit zwei Mannschaften an den Start. Ziel war es, mit möglichst vielen Schützen zur Deutschen Meisterschaft nach München zu kommen und dementsprechend wurden auch Mannschaften aufgestellt. In der 1. Mannschaft gingen Hardi Meyers, Heinz-Gerd Issel und Guido Weingran an den Start, in der 2. Mannschaft Thomas Brocher, Dirk Watermann und Heiner Hansen. Nach dem Start der Lage um 09:00 Uhr in der Thomas, Hardi, Heinz-Gerd und Guido waren, nahm das Schicksal seinen Lauf. Ungefähr fünf Minuten nach dem Wettkampfstart klang „Sicherheit“ durch die Lautsprecher, der Hinweis zum Abbruch des Schießens. Was war passiert: Vierzehn der achtundzwanzig Stände waren ausgefallen.

 Hardi Meyers         Heinz-Gerd Issel

Nach ca. 10-15 Minuten konnte es dann, zunächst mit einer fünfminütigen Probe, weitergehen. Grade wieder alle eingeschossen, erklang nach kurzer Zeit erneut das Kommando „Sicherheit“, abermals waren 14 Stände ausgefallen. Eifrig versuchte man den Fehler zu beheben. Zum Glück hatten alle das Kniend-Schießen zu dem Zeitpunkt schon beendet, fast alle, Hardi fehlte noch ein Schuss. So fing für ihn das Procedere erneut an, wieder Probe und dann Wertung, und das für einen Schuss. Alle anderen konnten zwischenzeitlich die Pause nutzen und auf den Liegend-Anschlag umbauen. Viele hatten bereits jetzt durch die zusätzlichen Probeschüsse 50 Schuss absolviert – und das im anstrengenden und durchaus unbequemen Kniend-Anschlag. Wenn das so weiter gegangen wäre, hätte der ein oder andere sicherlich Probleme mit seinem Munitionsvorrat bekommen.

Weiter ging es dann mit der Probe des Liegend-Schießens und dann mit der Wertung. Guido hatte gerade drei Zehner geschossen, da kam es schon wieder, das Kommando „Sicherheit“ und sofort dahinter Abbruch des Wettkampfes! Was nun? Wie sollte es weiter gehen? Alle Schützen der ersten Lage wurden nun aufgefordert den Stand für die nächste Lage zu räumen. Keiner wusste wie es weitergehen sollte. Der Landessportwart zog sich mit seinen Mitarbeitern zurück um die Lage zu erörtern und eine Entscheidung zu treffen. Währenddessen versuchte er, einen Verantwortlichen beim Deutschen Schützenbund zu erreichen um festzustellen, wie eine Qualifikation für die Schützen möglich würde. Das Ergebnis der Bezirksmeisterschaft konnte hier nicht helfen, da dort lediglich das Halbprogramm, also 3 x 10, geschossen wurde, die Nutzung somit nicht möglich.

Zwischenzeitlich ging die zweite Lage an den Start. Bei ihr lief alles reibungslos, bis kurz vor Schluss des Programms, und schon wieder fielen der Reihe nach 14 Stände aus. Zum Glück waren nur sechs Schützen davon betroffen, alle anderen waren schon fertig, so dass diese Schützen auf die intakte Anlagen umziehen konnten, um ihr Programm zu Ende zu schießen.

Nach dieser Lage wurde nun die Verkabelung verändert in der Hoffnung, dass der Fehler nicht nochmal auftreten würde. Die erste Lage hing jedoch immer noch in der Luft, zumindest die Schützen die noch dageblieben waren, wussten immer noch nicht wie es weitergehen sollte. Es wurde beraten und diskutiert bis letztendlich feststand, dass die Schützinnen und Schützen der ersten Lage ihr Programm zu Ende schießen können. Das war um 13:30 Uhr. Um 14:15 sollte es dann weitergehen. Doch aus den 14:15 wurde dann letztendlich 15:00 Uhr. Und siehe da die Anlagen funktionierten reibungslos. Alle konnten, soweit sie noch da waren, ihr Programm zu Ende schießen. Auch wenn dies für den einen oder anderen Schützen, der durch die Unterbrechungen gehandicapt wurde, nicht optimal war, führte das Vorgehen letztendlich zu einem guten Ende. Der Landessportleiter war natürlich total aufgebracht, für ihn ein gebrauchter Tag.

 Thomas Brocher

Doch nun zum Sportlichen. Von uns waren vier Schützen durch die Ausfälle betroffen. Thomas ging nach hervorragenden 196 Ringen im Kniend über zum Liegend-Anschlag und holte dort 198 Ringe. Ein Weltklasse Ergebnis. Aber da stand noch Stehend aus, momentan nicht wirklich seine Paradedisziplin. Doch er rettete sich auf 554 Ringe. Dann stand die 1.Mannschaft noch aus. Zunächst Guido, er war im Kniend recht schwach mit 182 Ringen, dann folgten 196 Ringe im Liegend und stehend 173 Ringe machte 551 insgesamt. Damit war er natürlich nicht zufrieden. Der nächste im Bunde war Heinz-Gerd. Er erreichte167 Ringe im Kniend und 191 Ringe im Liegendschießen. Konnte dann im Stehend noch 165 Ringe erreichen so das er insgesamt auf 523 Ringe kam. Jetzt begann das Rechnen, reichte das mit der Mannschaft? Was musste Hardi haben? Doch Hardi schoss stark, nach dem Kniend-Schießen bei dem er hinter seinen Möglichkeiten blieb, gelangen ihm gute 194 Ringe im Liegend- und sehr gute 179 Ringe im Stehendanschlag. Insgesamt waren es dann 553 Ringe. Für die Mannschaft bedeutete das vier Ringe über der Qualifikation vom letzten Jahr. Damit waren schon mal vier Schützen weiter. Heiner und Dirk hatten in der Zwischenzeit auch geschossen. Konnten jedoch im Team mit Thomas die Qualifikation nicht erreichen.

Damit war 3 x 20 abgehakt. Doch das war nicht alles an diesem Tag. Parallel zu der Disziplin 3 x 20 wurde auch noch Zimmerstutzen geschossen. 1954 gab es das Wunder von Bern. 2019 das Wunder von Dortmund. Unser Heiner Hansen schaffte, was niemand für möglich gehalten hätte: er schoss mit sensationellen 257 Ringen zwei Ringe über der Qualifikation vom Vorjahr. Herzlichen Glückwunsch ! Danach war er aber auch fix und fertig. Hoffen wir, dass die Limitzahlen vom Vorjahr in etwa bleiben und, dass der Vorsprung reicht.

 Heiner Hansen

Das Resümee des Tages – wahrscheinlich fünf Schützen auf der Deutschen Meisterschaft.

Es war zwar mehr drin, aber unter den Umständen: et hätt noch ens jot jejange.

 

Am Abend wurde dann noch ein Bierchen mit den aus dem hohen Norden angereisten Schützen Ulf Gronde und Christian Klees, nebst Partnerinnen Sylvia und Patricia, die selber in der ersten Bundesliga für die SB Freiheit schießt, getrunken.

 

Dann stand der letzte Tag der Landesmeisterschaft an. Das Liegendprogramm der Herren III und IV. Plan war hier nach Möglichkeit, mit drei Mannschaften und dem ein oder anderen Schützen nach München zu kommen um dort den Vorjahrestitel zu verteidigen. Natürlich wollte man auch den Landesmeistertitel verteidigen, das stand außer Frage und erst mal im Vordergrund.

Früh morgens um 09:50 gingen die ersten drei von uns an den Start: Guido Weingran, Hardi Meyers und Heinz-Gerd Issel. Guido war in der ersten Mannschaft gesetzt und Hardi in der dritten. Der Vorjahressieger Markus Skiba war schon um 08:30 Uhr dran und legte auch direkt mit 593 Ringen eine deutliche Ansage in Richtung unserer Schützen vor. So wie der Zufall es wollte startete Guido auf dem gleichen Stand. Er schien sichtlich entspannter als am Vortag. Hatte er doch mit Thomas Neuhausen und Heinz-Peter Noss im Liegendschießen eine Top Mannschaft. Er richtete sich ein und begann etwas durchwachsen. Nach ein paar Schuss die erste 9,9 und dann ein wenig später noch ein 9,8 machte 98 Ringe in der ersten Serie. Ihr folgten dann eine 99er und eine 98er. Da waren es schon fünf Miese. Zwei Neuner durfte er sich noch leisten und natürlich besser ausschießen, dann wäre er vorne. Er kämpfte um jeden Ring, zunächst eine 100er, dann noch eine 99er und letztendlich eine 100er zum Ende. Machte insgesamt 594, das war genug. Er lag an Platz eins! Aber es folgten noch jede Menge guter Schützen insbesondere aus den eigenen Reihen.

Wie war es bei Hardi und Heinz-Gerd? Auch sie schossen ein gutes Ergebnis. Hardi hatte 582 Ringe und Heinz-Gerd 580 Ringe.

Nach der Lage setzte man sich dann mit den nachfolgenden Schützen gemeinsam an den Tisch um etwas zu klönen und damit die Spannung heraus zu nehmen.